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Der Hirnschlag (Fachausdruck: Apoplexie oder cerebrovasculärer Insult) ist nach den Herzkrankheiten und dem Krebs die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für
vorzeitige, oft schwerwiegende Invalidität. In der Schweiz erleiden jedes Jahr etwa 12500 Menschen einen Hirnschlag, ein Drittel bleibt dauernd behindert, ein Drittel stirbt. Es ist wichtig zu wissen, dass es für
den Hirnschlag sogenannte Risikofaktoren gibt, die vermieden oder behandelt werden können. Diese werden weiter unten erläutert. Es sind häufig die gleichen Ursachen, die auch beispielsweise zu einem Herzinfarkt
oder zum Verschluss einer Beinarterie führen können.
Was ist ein Hirnschlag?
Zusammen mit dem Rückenmark bildet das Gehirn das zentrale Nervensystem. Es ist das Steuerorgan für alle Funktionen unseres Körpers. Damit das Gehirn seine Funktionen erfüllen kann,
ist es auf die ständige Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen. Diese werden ihm vom Blut zugeführt, das vom Herzen aus durch die Arterien in alle Teile des Körpers gepumpt wird. Zum Hirnschlag
kann es einerseits kommen, wenn die Blutzufuhr in einem Hirnbereich gestört oder gar unterbrochen wird (Hirninfarkt); die Nervenzellen im betroffenen Areal erhalten zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe, werden
geschädigt oder gehen zugrunde und dies innerhalb weniger Minuten. Andererseits kann es aber auch zum Hirnschlag kommen, wenn Blutgefässe im Gehirn platzen (Hirnblutung), was ebenfalls zu einer regionalen
Zerstörung von Hirngewebe führt.
Die verschiedenen Formen des Hirnschlages
Vier von fünf Hirnschlägen werden durch ein Blutgerinnsel ausgelöst, das sich in einem Hirngefäss bildet und so die Blutzufuhr blockiert (zerebrale Thrombose). Ein solches Gerinnsel
kann sich auch im Herzen oder in einer Halsarterie bilden und mit dem Blutstrom ins Hirn geschwemmt werden (zerebrale Embolie); häufigste Ursache einer Embolie aus dem Herzen ist das Vorhofflimmern, eine Art von
Herzrhythmusstörung. Eine weitere, allerdings wesentlich seltenere Ursache für einen Hirnschlag kann eine Blutung sein.
Die Symptome eines Hirnschlages
Je nach Lage und Umfang des betroffenen Hirnbereiches können die Symptome recht unterschiedlich sein. Typisch sind eines oder mehrere der folgenden Zeichen. Plötzliche Schwäche bzw.
Lähmung oder Taubheitsgefühl meist nur auf einer Körperseite (Gesicht, Arm oder Bein). Plötzliche Blindheit, Sehstörungen auf einem/beiden Augen oder Doppelbilder. Plötzlicher Verlust der Sprechfähigkeit oder
Schwierigkeiten Gesprochenes zu verstehen. Drehschwindel, Unsicherheit beim Gehen. Plötzlich auftretender, ungewöhnlicher und sehr starker Kopfschmerz.
Arteriosklerose begünstigt den Hirnschlag
Begünstigt wird die Entstehung einer Thrombose oder Embolie durch eine nicht spürbare, allmähliche krankhafte Veränderung der Arterien, die sogenannte Arteriosklerose/Atherosklerose
("Arterienverkalkung"). Dabei führen Ablagerungen von Fett und Kalk an den Innenwänden der Arterien zu deren Verengung, so dass mit der Zeit der Blutfluss gehemmt wird und sich Blutgerinnsel bilden
können.
Risikofaktoren für Arteriosklerose bzw. Hirnschlag
Die Arteriosklerose ist kein schicksalsmässiger Prozess, sondern wird in ihrer Entstehung durch Risikofaktoren begünstigt, die beeinflussbar sind durch einen gesundheitsbewussten
Lebensstil und/oder Medikamente. Dazu gehören der Bluthochdruck, die Zuckerkrankheit, das Rauchen, erhöhte Blutfettwerte, Uebergewicht und Bewegungsmangel.
Oktober 2000, Dres. med. R. Schnyder und M. Greuter
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