Die Tage vor und während den Tagen
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Das  Thema bespricht die für viele Frauen zum Teil quälenden Tage vor und während der Menstruation. Unter diesem Symptomenkomplex werden zwei Störungen subsumiert mit den Begriffen „Prämenstruelles Syndrom = PMS“ und „Dysmennorhoe= DM“.

PMS

Was ist das PMS eigentlich genau? Nach wie vor fehlen eine allgemein anerkannt Definition, genaues Wissen über die Ursache und die diagnostischen Möglichkeiten. Einig sind sich die Experten nur darüber, dass ein oder mehrere Symptom(e) - seien sie eher psychisch, oder aber auch durch einen gestörten Wasserhaushalt, durch das Nervensystem oder andere unbekannte Faktoren bedingt - während der letzten 7 - 10 Zyklustage auftreten. Diese Befindlichkeitsstörungen müssen gefolgt sein von einem beschwerdefreien Intervall bis zum Auftreten der nächsten Periode. Die Symptome werden von den betroffenen Frauen in jeder Stärke empfunden, von leichten Befindlichkeitsstörungen bis zu krankmachenden Symptomen. Haben die Symptome krankmachende Stärke, wird vom eigentlichen PMS gesprochen.

Zu den psychischen Symptomen zählen Reizbarkeit, Traurigkeit bis zur Depression, Heisshunger, Schlaflosigkeit, sexuelle Unlust und weitere psychogene Verhaltensstörungen.

Die körperlichen Symptome sind gekennzeichnet durch Wassereinlagerungen mit Schwellungen der Beine, der Brust mit Brustspannen bis zu eigentlichen Brustschmerzen und der damit verbundenen Gewichtszunahme. Auch Magen-Darmbeschwerden, vor allem Blähungen und andere Verdauungsstörungen können dazukommen. Oft klagen die Betroffenen auch über Kopfschmerzen, Herzklopfen, Hautveränderungen wie während der Pubertät (Akne) und allgemeine Missempfindungen körperlicher Art.

Gemäss medizinischen Schätzungen fühlen sich ca. 10% der Frauen vor der Menstruation gleich gut wie sonst. Weitere 10% fühlen sich sogar besser und sind hochaktiv, zeigen Energie und sind hochkreativ. Die übrigen 80%  leiden unter mehr oder weniger starken Beschwerden, wie sie oben beschrieben wurden. Bei bis zu 25% der Frauen muss vom eigentlichen PMS gesprochen werden, da sich diese Frauen während dieser Tage wirklich krank fühlen. Am häufigsten treten schwere Formen des PMS nach dem dreissigsten Altersjahr auf, wenn der Zyklus der Frau bereits etwas labiler sein kann. Mit der Abänderung, der sogenannten Menopause, verschwinden die Symptome allmählich. Ebenso während der Schwangerschaft, während dem Stillen oder durch die Einnahme von Hormonen oder der Antibabypille.

Dieser zyklusabhängige Charakter, die Beeinflussung durch die Gabe von Hormonen, das Verschwinden der Symptome mit der Menopause, oder durch chirurgisches Entfernen der Eierstöcke lässt vermuten, dass die Ursache des PMS hormonell bedingt ist. Doch ob das PMS durch die Sexualhormone Östrogen und Progesteron direkt ausgelöst werden, oder ob andere Mechanismen mitspielen, ist bis heute unbekannt. Diagnostisch führt uns die Messung der Hormonspiegel jedenfalls nicht weiter, da diese auch bei Frauen mit sehr starkem PMS normal ausfallen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein Wechselspiel zwischen dem vegetativen Nervensystem, dem Hirnstoffwechsel und der Funktion der Eierstöcke die Symptome auslösen. Möglicherweise tritt erst im Verlaufe der Jahre diese Sensibilisierung auf. Dies erklärt, warum das PMS meist erst 10 bis 20 Jahre nach der ersten Menstruation, der sogenannten Menarche, auftritt. Hinter einem vermeintlichen PMS können sich aber auch andere Krankheiten verstecken, wie eine Zuckerkrankheit, eine Blutarmut, gewisse Bindegewebserkrankungen oder aber eine beginnende Abänderung. Andere Krankheiten können in der zweiten Zyklushälfte verstärkt auftreten, wie rheumatische Leiden, Asthma, Allergien, Migräne oder der Reizdarm. Auch vorbestehende psychiatrische Störungen wie Depressionen können vor der Menstruation sich verstärken.

Zur Diagnostik des PMS gehört somit vor allem das ärztliche Gespräch mit der Hauptfrage nach dem Leidensdruck, der Erklärung der Symptome und natürlich der Ausschluss von anderen Krankheiten.

Die Therapie richtet sich ebenfalls nach dem Schweregrad des PMS. Da die Ursache nicht 100%ig geklärt ist, werden viele verschiedene Therapieformen aus der Schulmedizin und auch der Naturmedizin angeboten.

Leichtere Formen bessern oft durch Umstellung des Lebensstils, d.h. mittels Entspannungstechniken wie autogenem Training, weniger Stress, mehr Musse in diesen Tagen und durch eine gesunde Ernährung. Von Kaffee wird abgeraten. Er kann Brustschmerzen, Angstgefühle und Herzklopfen verstärken. Geraten wird zu einer kohlenhydratreichen Ernährung, verbunden mit genügender Zufuhr von Vitamin B6 und Kalzium. Sonnenblumen-, Distel- und Nachtkerzenöl sollen eine positive Wirkung zeigen. Spaghetti aglio olio wir als Heilmittel angepriesen. Ebenso können viele pflanzliche Präparate wie Kamille, Nachtkerze, Salbei, Johanniskraut, Schachtelhalm, Frauenmänteli, Primelöl, Mönchspfeffer und andere Pflanzen leichtere Formen lindern. Fragen sie einen in Pflanzenkunde ausgebildeten Experten oder Expertin nach diesen Möglichkeiten.

Schwerere Formen lassen sich oft nur durch die Gabe von Medikamenten lindern. Auch hier muss die Wahl des geeigneten Medikaments von den Symptomen abhängig gemacht werden, da es das eigentliche Wundermedikament, welches alle Symptome zum Verschwinden bringt nicht gibt.

Die Antibabypille wird oft jüngeren Frauen verschrieben, welche gleichzeitig eine Schwangerschaftsverhütung wünschen. Sie hilft bei ca. einem Drittel der Frauen. Von der Gabe von Hormonen nur in der zweiten Zyklushälfte kommt man langsam ab. Bei Brustspannen allein hilft oft die lokale Verabreichung von Progesteron auf der Brust mittels eines Gels. Immer mehr werden Vitamin-B Präparate verschrieben, ev. kombiniert mit Magnesium. Besonders wichtig ist eine genügende Zufuhr von Vitamin B6.

Die nachgewiesen wirksamsten Medikamente heute sind die modernen Antidepressiva vom Typ der Serotoninwiederaufnahmehemmer. Sie verbessern auch schwere Formen des PMS bei 60% der Frauen. Verbessert werden sowohl die psychischen, aber auch die körperlichen Symptome. Je nach Stärke der Beschwerden werden diese Medikamente über den ganzen Zyklus verabreicht, oder aber nur wenige Tage vor und während der Symptome. Zum Glück sind diese Medikamente selten mit dem Auftreten von Nebenwirkungen verbunden, obwohl sie zu den verschrienen Psychopharmaka gehören. Ebenso besteht keine Gefahr der Abhängigkeit. Für allerschwerste Formen der Krankheit gibt es weitere Therapiemöglichkeiten, auf die ich hier nicht eingehen möchte, da sie in die Hand des Spezialisten gehören.

Leiden Sie als Frau unter einem PMS, sprechen Sie mit uns darüber, es gibt heute Möglichkeiten Ihr Leiden zu lindern, was zu einer besseren Lebensqualität beiträgt.

Dysmenorrhoe = DM

Unter dem Begriff DM verstehen wir das Auftreten von vor allem schmerzhaften Veränderungen im Unterleib kurz vor und in den ersten 1-2 Tagen während der Menstruation. Die Schmerzen zeigen jede Stärke, von leichtem Ziehen, bis zu massiven, wehenartigen Unterleibsschmerzen, oft ausstrahlend in den Rücken. Die Schmerzen treten akut auf und verschwinden spätestens am 2. Tag der Menstruation. Betroffen sind Frauen aller Altersklassen oft schon bei der ersten Menstruation. Die Häufigkeit variiert je nach Quelle bis zu 40% der Frauen. Die Ursache wird heute gesucht im Absinken der Hormone kurz vor den Tagen. Ob aber auch hier die Hormone alleine für die Beschwerden verantwortlich sind, ist unklar. Die DM verschwindet ebenfalls mit der Abänderung oder durch Entfernen der Gebärmutter, welche die Schmerzen auslöst. Die Unterleibsschmerzen der Betroffenen können so stark sein, dass die Frau die normalen täglichen Verpflichtungen nicht mehr verrichten kann und arbeitsunfähig ist. Zusatzsymptome sind in Form von Kopfschmerzen, Übelkeit und Verdauungsbeschwerden jeglicher Art möglich.

Therapeutisch stehen uns wiederum verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Auch hier werden pflanzliche Präparate bei leichteren Formen eingesetzt, wie sie oben beschrieben wurden. Am wirksamsten soll Nachtkerze sein in Form von Nachtkerzenöl. Gegen die Schmerzen werden aber auch verschiedene Schmerzmittel eingesetzt, vor allem die sogenannten NSAR, d.h. die bekannten Rheumamittel wie Voltaren, Ponstan, Aspirin und andere. Oft zeigt es sich, dass die eine Frau auf das eine Mittel gut anspricht, die andere aber überhaupt nicht. Ebenso eingesetzt wird Magnesium in hoher Dosierung als natürlicher Krampflöser. Dieses muss jedoch bereits vor dem Eintreten der Symptome verabreicht werden, ev. auch über den ganzen Zyklus. Auch die Zufuhr von B-Vitaminen hilft einigen Frauen die Schmerzen zu lindern. Auch Vitamin B muss über eine längere Periode verabreicht werden.

Am wirksamsten auch heute noch ist die Gabe von Hormonen, um die Hormonschwankungen des natürlichen Zyklus auszugleichen. Am einfachsten und wirksamsten zeigt sich die Verschreibung der Antibabypille, welche den meisten Frauen das Leiden fast vollständig nimmt. Da dieses Medikament an gewisse Verschreibungsvorschriften verknüpft ist, kann es nicht für alle Frauen gebraucht werden. Auch ältere Frauen sehen oft nicht ein, warum sie nach abgeschlossener Familienplanung die „Pille“ noch einnehmen sollen. Alternativ dazu bietet sich die Verschreibung von Hormonen nur in der zweiten Zyklushälfte an. Da diese Methode nicht sicherer ist als die „Pille“, wird sie heute nicht mehr so oft verschrieben.

Bei ganz schweren Fällen mit sehr grossem Leidensdruck bleibt oft nur noch das chirurgische Entfernen der Gebärmutter als eingreifenste Methode. Sie bleibt jedoch nur Frauen vorbehalten, die keine Kinder mehr wünschen.

 

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