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Was ist Gicht?
Gicht ist eine rheumatische Stoffwechselerkrankung, bei welcher zu viel Harnsäure im Blut gemessen werden
kann. Die Harnsäurekristalle lagern sich in den Gelenken und im Gewebe ab und lösen dort schubartige Entzündungen aus. Die Harnsäure ist ein Abbauprodukt von Purinen, welche entweder durch den Körper selber
hergestellt werden oder durch die Nahrung aufgenommen werden.
Von 100 erwachsenen Personen leiden 1-2 Personen an Gicht, wobei die Tendenz steigend ist. Männer sind
häufiger von der Gicht betroffen als Frauen. Das Erkrankungsalter ist bei den Männern zwischen 40-50 Jahren und bei den Frauen ab 60 Jahren. Neben der Gicht gibt es noch weitere rheumatische Kristallerkrankungen zum
Beispiel mit Kalziumpyrophosphatkristallen, welche sich ebenfalls in Gelenken ablagern.
Der akute Gichtanfall
Der akute Gichtanfall zeigt sich vor allem durch plötzlich meist über Nacht auftretende starke Schmerzen
mit Rötung, Schwellung und Überwärmung. Typischerweise kommen diese Beschwerden ohne dass eine Verletzung passiert ist. Zu den auslösenden Faktoren gehören Alkohol, purinreiche Mahlzeiten, Fasten,
Flüssigkeitsverlust oder Stresssituationen.
Als häufigstes Gelenk ist das Grosszehengrundgelenk betroffen, auch Podagra genannt. Dies ist übrigens
ein häufig gesuchter Begriff in Kreuzworträtseln. Podagra bedeutet Steigbügel, da ein an Podagra Erkrankter nicht in den Steigbügel kommt. Weniger oft betroffen sind dann Sprunggelenke, Fusswurzelgelenke,
Handgelenke und Kniegelenke. Ein akuter Anfall dauert meist 3-5 Tage unbehandelt. Die Häufigkeit und die Dauer der Anfälle können mit zunehmender Erkrankung aber zunehmen.
Die chronische Gicht
Die chronische Entzündung und Ablagerung der Harnsäurekristalle in den Gelenken führt längerfristig zu
deren Zerstörung. Weitere Komplikationen sind Nierensteine und chronische Nierenschädigung.
Ursache
Grundsätzlich führt ein zu hoher Harnsäurespiegel im Blut zu den Ablagerungen in den Gelenken. Oft ist
eine Nierenfunktionsstörung am erhöhten Harnsäurespiegel schuld. Zudem gibt es weitere Stoffwechselstörungen, welche die Harnsäure erhöhen können. Sekundär können auch Medikamente erhöhte Harnsäurespiegel
verursachen.
Diagnose
Die zu hohen Harnsäurespiegel können im Blut einfach gemessen werden. Im akuten Anfall finden sich zudem
erhöhte Entzündungswerte im Blut. Ausserdem ist das typische Bild wegweisend zur Diagnose. Im Zweifelsfall kann dem betroffenen Gelenk Flüssigkeit abpunktiert werden. Im Punktat finden sich dann viele
Entzündungszellen und vor allem auch Harnsäurekristalle.
Therapie
Therapiert wird der akute Gichtanfall mit einem Antirheumatikum (NSAR). Falls das Gelenk punktiert wird,
kann mit der gleichen Spritze auch Kortison ins Gelenk gespritzt werden zur schnelleren Entzündungshemmung.
Langfristig sollte jedoch die Harnsäure im Blut reduziert werden durch Medikamente, welche die
Ausscheidung von Harnsäure fördern oder die Bildung von Harnsäure hemmen.
Vorbeugung
Empfohlen wird grundsätzlich genügend zu trinken um die Ausscheidung der Harnsäure über die Niere zu
unterstützen. Dabei sollten vor allem ungezuckerte und alkoholfreie Getränke bevorzugt werden.
Alkoholische Getränke sollten möglichst gemieden werden, da der Alkohol die Harnsäurekonzentration im
Blut erhöht. Bier enthält zusätzlich noch Harnsäure (auch alkoholfreies Bier).
Möglich sind auch Diäten, da die Purine, aus welchen die Harnsäure entsteht, in gewissen Nahrungsmitteln
im Übermass vorkommen (Puringehalt >200mg pro 100g). Viele Purine sind im Fleisch, Innereien, Fisch und Meeresfrüchten.
Milchprodukte können hingegen die Ausscheidung von Harnsäure wieder fördern.
Ebenfalls einen positiven Effekt hat gemäss Studien regelmässiger Konsum von Kaffee (4-5 Tassen / Tag)
Puringehalt von Lebensmitteln
Fleischextrakt 3300mg Purin pro 100g
Innereien 250-550mg Purin pro 100g
Thunfisch 107mg Purin pro 100g
Sardellen 239mg Purin pro 100g
Kalb-/Schweinefleisch 100-150mg Purin pro 100g
Eier 5mg Purin pro 100g
Obst /Gemüse 10-30mg Purin pro 100g
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