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Der Wortteil Kater kommt vom Wort Katarrh (lateinisch katarrhus = herabfliessen) und meint lediglich eine
Verkältung oder Schnupfen. Das ganze Wort Muskelkater hat also nichts mit dem tierischen Kater zu tun, sondern bedeutet eine Muskelerkältung
Der Muskelkater beginnt frühestens einige Stunden nach ungewohnten oder
besonders intensiven Belastungen. Die Muskeln schwellen an, sind steif, hart, kraftlos und druckempfindlich. Die Schmerzen haben 1 bis 3 Tage nach der ursächlichen
sportlichen Betätigung ihren Höhepunkt und dauern etwa eine Woche an. Unter folgenden Bedingungen kann es zu Muskelkater kommen:
- körperliche Aktivität nach langer Pause
- ungewohnte Bewegungen bei gut trainierten Sportlern
- besonders starke Belastungen (Wettkampf) bei trainierten Sportlern
- nach Operationen bei gewissen Narkosemitteln (depolarisierende Muskelrelaxantien)
- nach epileptischen Krämpfen
Ursprünglich war man allgemein der Meinung, dass eine Übersäuerung des Muskels
mit Lactat für den Muskelkater verantwortlich ist. Heute geht man davon aus, dass Mikrotraumatisierungen der Muskelfibrillen, d.h. kleinste Verletzungen der
Muskelfasern durch Zerreissung, eine schmerzhafte Entzündung verursachen. Die zerstörten Fasern müssen abgebaut und abtransportiert werden.
Zwei Mechanismen können zu diesen Verletzungen führen. Erstens
Muskelkontraktionen mit sehr grossen Kräften (Gewichtheben) oder zweitens sehr lange andauernde Kontraktionen mit hohem Energieumsatz (Marathon). Eine sehr
starke Belastung für den Muskel sind ausserdem exzentrische Kräfte = Bremskräfte, als Beispiel Bergablaufen, wo der Muskel dauernd abbremsen muss. Die
intramuskuläre Koordination, also dass alle Fasern miteinander koordiniert mitmachen und mitziehen, ist bei solchen Belastungen wichtig. Bei jeder Muskelkaterform sind
keine wesentlichen Dauerschäden beobachtet worden; es kommt immer zur vollständigen Regeneration (Wiederherstellung).
Die beste Vorbeugung gegen Muskelkater ist, ihn für eine bestimmte Bewegungsform
bereits erlitten zu haben. Diese Wirkung hält über 2 Wochen an. Die Erklärung hierfür sind eine verbesserte intramuskuläre Koordination, d.h. alle
Fasern helfen mit und verhindern so die Überbelastung einiger wenigen Fasern, eine verstärkte mechanische Belastbarkeit durch Muskelzuwachs und oder eine
Zerstörung der besonders schwachen Fasern, welche wie bei einer natürlichen Selektion ausfallen. Bei neuen ungewohnten Bewegungen sollte daher die Belastung anfangs klein
gehalten werden, bis die Koordination im Muskel verbessert ist. Aufwärmen, Dehnen und Massagen werden vorbeugend eingesetzt, ohne dass es klare Beweise für ihre Wirkung gibt.
Nach starken Belastungen, welche Muskelkater ausgelöst haben, kann man den Bewegungsschmerz durch leichte Belastungen (leichtes Jogging), leichte Massagen,
Wärmebehandlungen (warmes Bad) und passives Dehnen etwas lindern. Dabei wird der Muskel gelockert und stärker durchblutet und kann so Zelltrümmer und Zellwasser
abtransportieren und neue Nährstoffe wieder anhäufen. Medikamente welche eine eindeutig bewiesene Wirkung gegen Muskelkater haben gibt
es bis anhin keine. Teilweise empfohlen werden bei starken Beschwerden die Einnahme eines Entzündungshemmers oder von genügend Magnesium (auch vorbeugend).
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