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Von äusserst schmerzhaften Koliken geplagt
Was sind Nierenkoliken? Nierensteine bilden sich in den ableitenden Harnwegen. Innerhalb der beiden Nieren besteht ein
Hohlsystem, das den frisch gebildeten Urin auffängt. Durch feine Nierenkelche fliesst der Urin in das Sammelbecken (Nierenbecken). Durch die Harnleiter gelangt der Urin dann weiter in die Harnblase. Steine
entstehen in der Regel im Hohlsystem der Nieren. Sie sind unterschiedlich gross und von unterschiedlicher Beschaffenheit. Ihr Durchmesser kann wenige Millimeter bis einige Zentimeter betragen. Es kommt vor das
sogenannte Ausgusssteine das ganze Nierenbecken belegen. Viele Steine sind stumm und verursachen keine Beschwerden. Grosse Steine können gelegentlich dumpfe Bauch oder Flankenschmerzen verursachen. Kleine
bewegliche Steine führen zu den äusserst schmerzhaften Nierenkoliken. Der Schmerz tritt plötzlich auf, es treten krampfartige Leibschmerzen auf, welche sich in der Flanke befinden, oft in den rücken oder aber in
die Leiste ausstrahlen. Oft sind solche Koliken von Uebelkeit und Erbrechen begleitet. Sie dauern einige Minuten um dann nach einer kurzen Pause von neuem zu beginnen, bis der Stein „geboren“ wird, das
heisst bis zum Zeitpunkt, wo der Stein die Blase erreicht hat. Nierenkoliken können somit mit Geburts-Wehen verglichen werden. Wird ein Stein nicht spontan ausgestossen, kann er mittels Ultraschall oder Röntgen
geortet werden. Mittels Schmerzmitteln können Koliken einigermassen erträglich gemacht werden. Kann ein Stein nicht geboren werden, muss er möglicherweise mittels chirurgischen Techniken oder Zertrümmern geholt
werden um eine Nierenstauung zu vermeiden. Steine bis zu einer Grösse von ca. 5 mm erreichen die Blase oft von selbst. Etwa 20% der Steine muss geholt werden. Fieber und Schüttelfrost im Rahmen einer Nierenkolik
sind Alarmzeichen und deuten auf eine Niereninfektion hin, welche sofort behandelt werden sollte.
Nierensteine zertrümmern Zur Beseitigung von Nierensteinen stehen mehrere Verfahren zur Verfügung,
je nach Lage, Grösse und Härte der Steine.
- Mit hochenergetischen Schallwellen, die als Stosswellen bezeichnet werden, können
Steine gewissermassen zertrümmert werden, ohne dass eine Narkose nötig wäre. Das Zertrümmerungsgerät (Lithotriptor), führt dem Körper von
aussen gezielte Stosswellen zu und zertrümmert somit die Steine in viele
kleine Einzelteile, die dann über die Harnwege abfliessen können. Diese Bröckel
können leider auch Koliken auslösen.
- Eine andere Methode der Zertrümmerung erfolgt in Narkose. Dabei wird eine Sonde durch die Harnröhre in die Blase und
dann in den Harnleiter vorgeschoben bis zum Stein. Ein Laserzertrümmerer zertrümmert dann die Steine vor Ort. Die Bröckel werden mit einer
kleinen Fasszange auf dem gleichen Weg entfernt.
- Grosse Steine werden ebenfalls in Narkose zertrümmert, in dem eine Sonde durch die Bauchdecke hindurch direkt
an den Stein geführt wird und so diesen zertrümmert.
- Selten ist eine offene Operation nötig, bei welcher die Steine durch
das eröffnete Nierenbecken entfernt werden.
- Mit Medikamenten lassen sich die eher seltenen Harnsäuresteine auflösen. Da diese Methode über Wochen dauert und leider nicht immer
vom Erfolg gekrönt ist, wird sie selten angewendet.
- Tief liegende Nierensteine können oft ebenfalls ohne Narkose, mittels einem speziellen Körbchen durch
einen Katheter, der durch die Blase eingeführt wird, entfernt werden. Diese Techniken werden von den Urologen angewendet,
bei Steinen, die nicht spontan geboren werden.
Wie kommen Steine in die Niere? Nierensteine sind weit verbreitet. Etwa jeder zehnte
Schweizer bekommt im Laufe des Lebens Nierensteine. Verglichen mit den Frauen, sind Männer etwa doppelt so oft davon betroffen. Oft bleibt es leider nicht bei einer Kolikattacke. Etwa die Hälfte der Betroffenen
bilden etwa alle 10 Jahre neue Steine. Urin besteht nicht nur aus Wasser, sondern aus einer Vielzahl von gelösten Stoffen, wie Mineralien (Kalzium, Magnesium, Phosphat), und Stoffwechselprodukten (Harnsäure,
Harnstoff, Oxalsäure). Bei ungünstiger Zusammensetzung können diese Auskristallisieren und Steine bilden sich.
Folgende Faktoren verändern die Urinzusammensetzung ungünstig:
- Flüssigkeitsmangel im Körper: Schwitzen, Fieber, Durchfall,
Erbrechen, ungenügendes Trinken etc.
- Unzweckmässige Ernährung, die zuwenig kalziumhaltige Milchprodukte, zu viel Fleisch und im Übermass stark oxalhaltige Nahrungsmittel,
wie Rhabarber, Spinat, Spargel und Schokolade enthält. Achtung: bis vor kurzem
wurden Patienten dazu angehalten wenig Milchprodukte zu konsumieren, wenn
sie Nierensteine haben. Dies war falsch, genau das Gegenteil gilt heute.
- Harnsäuresteine bilden sich bei Übersäuerung des Urins und bei Gicht
- Infektionen der Harnwege führen bei chronischem Auftreten ebenfalls zu Steinen.
- Verengungen der Harnwege bsp. bei Missbildungen oder Narben begünstigen Nierensteine.
Vorbeugung von Rückfällen Zwei Empfehlungen gelten bei allen Formen von Nierensteinen, um einer erneuten Bildung vorzubeugen:
- Viel Trinken, d.h. 2 – 2,5 Liter/Tag. Wichtig ist auch das Glas
Wasser vor dem Schlafen gehen - Regelmässige körperliche Betätigung.
Folgende Empfehlungen gelten für Pat. mit Kalziumoxalatsteinen, der
weitaus häufigsten Form:
- Andere Getränke als Schwarztee und Eistee benutzen, da diese viel Oxalsäure enthalten - Verzichten Sie auf Rhabarber,
Spargel, Spinat und Schokolade, ebenfalls wegen der Oxalsäure - Früher wurde empfohlen, die Kalziumzufuhr einzuschränken, was sich als
total falsch herausgestellt hat. Konsumieren sie deshalb genügend Milchprodukte.
Kalzium aus den Milchprodukten bilden die Oxalsäure im Darm, somit kann diese stark Steinbildende Substanz nicht ins Blut und somit in die Nieren gelangen. Wird also Spinat mit
Rahm oder Käse genossen, kann der Oxalsäuregehalt reduziert werden. - Fleisch, Geflügel oder Fisch sollten nie zweimal am Tag konsumiert werden. - Früchte und
Gemüse sind Steinvorbeugend, wegen des Gehaltes an
Zitronensäure, welche seinerseits steinverhindernd ist. - Magnesiumhaltige Nahrungsmittel oder Nahrungszusätze wirken
ebenfalls Vorbeugend.
Nach dem Motto eines Oberländer Urologen:
Werden sie zum „Trinker“
und Sie bleiben gesund! (Nicht Alkohol ist gemeint)
Steinanalyse, Urin und Bluttests Die Forschung hat eine ganze Reihe von Störungen entdeckt, welche die Urinzusammensetzung ungünstig
verändern, so dass sich Steine bilden können. Teilweise handelt es sich um angeborene Störungen, teilweise entstehen sie im Laufe des Lebens. Mittels Laboruntersuchungen kann der Störung geortet werden.
Besonders wichtig ist jedoch die Analyse der aufgefangenen Steine. Deshalb sollte jedes Mal nach Koliken der Urin gesiebt werden, um Steine aufzufangen. Blutteste geben darüber Auskunft, ob die Nieren richtig
funktionieren und ob der Kalziumgehalt des Blutes stimmt. Im Urinproben kann der Säuregehalt gemessen werden. Stimmt dieser nicht, kann mittels bestimmten Medikamenten oder einer Nahrungsumstellung dieser angepasst
werden. Medikamente, welche Steine direkt verhindern gibt es nur für die Harnsäuresteine bei Gichtpatienten. Für alle anderen können Medikamente nur unterstützten eingesetzt werden, oder bei schmerzhaften
Koliken.
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