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Das Colon irritabile ist eine gutartige Darmerkrankung, die weit verbreitet ist. Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist betroffen. Die Erkrankung befällt Männer und Frauen gleich
häufig. Sie kann bereits im Kindesalter einsetzen. Bei fast allen Patienten beginnen die Beschwerden vor dem 50. Lebensjahr. Das Colon irritabile stellt ein Reizzustand des Darmes dar. Die Ursachen sind bis heute
unbekannt. Es ist jedoch erwiesen, dass falsche Ernährung, Stress- und Angstzustände häufig mit den Beschwerden des Colon irritabile zusammenhängen. Es werden zwei Formen des Colon irritabile unterschieden: eine
schmerzhafte Form mit Bauchweh und Verstopfung häufig im Wechsel mit Durchfall und eine schmerzlose Form mit vorwiegenden Durchfällen.
CHARAKTERISTISCHE BESCHWERDEN DES COLON IRRITABILE
Bauchschmerzen: Diese variieren individuell sehr stark, sie können nur leicht ausge- prägt sein oder sich brennend, stechend, schneidend oder krampfartig bemerkbar machen. Sie können über längere Zeit als Dauerschmerz empfunden werden oder auch nur kurze Zeit anhalten. Lokalisiert werden die Schmerzen oft im Unterbauch, manchmal werden sie aber auch gleichzeitig an mehreren Stellen im Bauch verspürt, ohne dass sie in der Regel in andere Körperpartien ausstrahlen. Ausgelöst werden sie oft durch die Einnahme von Mahlzeiten, zumeist unabhängig von der Art der Speisen.
Stuhlunregelmässigkeiten: SowohlVerstopfung als auch Durchfall sind für das Colon irritabile typisch. Häufig tritt ein rascher Wechsel zwischen den beiden Extremen auf: Phasen mit hartem Stuhl, ev. mit Schleimbeimengungen wechseln mit breiigem oder dünnflüssigem Stuhl. Dazu kann sich ein Gefühl unvollständiger Stuhlentleerung oder Stuhldrang nach Absetzen des Stuhls gesellen. Die Beschwerden nehmen unter Stress und emotioneller Belastung zu. Eine gewisse Schmerzlinderung kann oft im Anschluss an die Stuhlabgabe beobachtet werden.
Begleitbeschwerden: Gelegentlich assoziieren sich zu den oben erwähnten Hauptbeschwerden noch Symptome von seiten des Magens und des Dünndarmes. Es treten dann Magenbrennen, Uebelkeit, Blähungen, Aufstossen und vermehrter Windabgang auf.
DIAGNOSE
Die Diagnose kann anhand der Vorgeschichte mit den typischen Beschwerden sowie der meist langen Krankheitsdauer bei gutem körperlichem Befinden gestellt werden. Da andere Krankheiten des
Darmes aber ähnliche Beschwerden verursachen können, müssen diese zuerst ausgeschlossen werden. Dies geschieht anhand allgemeiner Untersuchungen, manchmal sind auch weitergehende Abklärungen wie zum Beispiel
eine Spiegelung des Dickdarmes nötig.
BEHANDLUNG
Allgemeines: Die Behandlung des Colon irritabile basiert auf der Behandlung der Be-schwerden. Eine Therapie der Krankheitsursache ist nicht möglich, da diese wie schon erwähnt ja nicht bekannt ist. Sehr wichtig für einen guten Erfolg der Behandlung ist, dass die Patienten vollumfänglich informiert sind über das Krankheitsbild. Einerseits müssen sie sich auf einen langwierigen Verlauf mit wechselnd starken Beschwerden einstellen, andererseits dürfen sie auch die Gewissheit haben, dass es sich um eine gutartige Krankheit handelt.
Diät: Eine Diät kann bei der schmerzhaften Form des Colon irritabile helfen. Dabei ist darauf zu achten, dass eine möglichst ballaststoffreiche Kost (Gemüse, Salat) eingenommen wird. Sehr wichtig ist zudem eine genügende Flüssigkeitszufuhr.
Medikamente: Zur Linderung der Beschwerden stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, wie pflanzliche Quellmittel, krampflösende Medikamente (Spasmolytika), Medikamente gegen Angst und Depression sowie Beruhigungs- und Stopfmittel.
VERLAUF
Das Colon irritabile ist ein gutartiges, jedoch langwieriges und daher lästiges Leiden, das durch stetiges Wiederauftreten der Beschwerden charakterisiert ist. Wenn man das Colon
irritabile zu akzeptieren lernt, kann man einfacher mit ihm leben. Mit den heutigen Behandlungsmöglichkeiten können die Beschwerden jedoch in erträglichem Rahmen gehalten werden.
Februar 1999, Dres. med. R. Schnyder und M. Greuter
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