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Die häufigsten Erkrankungen der Beine sind die arteriellen Durchblutungsstörungen (sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit) und vor allem die Venenleiden. Am bekanntesten
sind dabei die Krampfadern (Varizen). Ungefähr jeder zehnte ist davon betroffen, Frauen häufiger als Männer. Bereits vor dem Auftreten der Varizen tritt eine Abnahme der Leistung des venösen Kreislaufs auf, was
unangenehme Symptome hervorrufen kann: schwere und schmerzende Beine, nächtliche Beinkrämpfe, Kribbeln, geschwollene Knöchel am Abend. Dieser Zustand wird als prävariköses Stadium (Vorstadium der
Varizenbildung) bezeichnet. Was geschieht dabei? Das durch die Arterien in die Beine gelangte Blut hat Mühe, durch die Venen wieder zum Herz zurück aufzusteigen. Der Kreislauf ist verlangsamt, und so staut sich
das Blut in den Beinvenen und insbesondere in den Kapillaren, jenen feinen Haargefässen, die Haut und Muskeln mit der unerlässlichen Nahrung versorgen. Das schlecht durchblutete Gewebe entwickelt damit oben
erwähnte Symptome. Wenn zu diesem Zeitpunkt keine vorbeugende Massnahmen (vergl. unten) getroffen werden, entwickelt sich die Krankheit weiter. Es entstehen Krampfadern (Varizen), geschwollene Beine,
Venenentzündungen, Thrombosen - aber auch Hautleiden wie Ekzeme und offene Beine. Eine Ausnahme bilden dabei die Schwangerschaftsvarizen: Im Gegensatz zu anderen Varizen bilden sie sich nach der Entbindung meist
zurück, da sie auf hormonale Umstellungen zurückzuführen sind, die die Venenwände nur vorübergehend schwächen. Durch das Zusammenspiel verschiedener Massnahmen kann man nun aber viel zur Vorbeugung und
Linderung von Venenleiden beitragen.
Ernährung
Eine besondere Diät ist im allgemeinen nicht erforderlich. Hingegen kann Uebergewicht den Zustand der Beine nur noch verschlimmern, muss also bekämpft werden. Auch stopfende und
blähende Kost sollte man meiden, da ein überfüllter Darm ein Hindernis für den Rückfluss des venösen Blutes darstellt. Schliesslich ist bekannt, dass übermässiger Genuss von Alkohol und Nikotin schädlich
ist.
Kleidung
Beengende Kleidungsstücke (z.B. eng anliegende Jeans) können den venösen Kreislauf behindern. Jegliche Kleidung, die abschnürt (Strümpfe, Gürtel, Hüfthalter) sollte vermieden
werden.
Schuhe
Die Wahl der Schuhe ist von grosser Bedeutung und wird häufig vernachlässigt. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Absatzhöhe: Zu hohe Absätze sowie ganz flache Schuhe (z.B.
Turnschuhe) verhindern die Bewegungen in den Fussgelenken und führen somit zur Untätigkeit der Beinmuskulatur, die für den venösen Abfluss wichtig ist.
Bewegung
Das rhythmische Zusammenziehen der Beinmuskeln übt einen Druck auf die Venen aus, mit dem das Blut nach oben befördert wird. Langes Sitzen und Stehen sollte durch ein gewisses Mass an
Bewegung ausgeglichen werden. Joggen, Schwimmen und Radfahren sind günstig. Beim Sitzen soll sich die harte Stuhlkante nicht in die Unterseite der Oberschenkel eindrücken, man sollte nicht zu tief sitzen und die
Beine weder frei hängen lassen noch überschlagen. Am besten stellt man die Füsse flach auf den Boden oder auf eine Fussstütze. Beim Liegen ist es empfehlenswert, die Beine im Vergleich zu Körper leicht höher
zu lagern.
Wärme
Starke Wärme erweitert die Gefässe und verstärkt zudem den Bluteinstrom in bereits gestaute und blutüberfüllte Venen. Personen, die unter schweren und schmerzenden Beinen leiden,
sollten deshalb Saunabesuche, Sonnenbäder, Fussbodenheizungen und Haarentfernung mit Warmwachs vermeiden. Heisse Bäder sind ebenfalls nicht zu empfehlen, hingegen ist kaltes Abduschen der Beine günstig, da dies
die Venen stärkt und somit den Blutfluss verbessert. Dabei ist folgendes zu beachten: Immer bei den Füssen beginnen; langsam vom Fuss auf der Aussen- und Innenseite bis zur Leiste duschen, so dass das ganze Bein
von einem Wassermantel umgeben ist; das Wasser sollte nicht eiskalt sein; jeweils 10 Sekunden pro Bein.
Medikamente
Gute Medikamente, die die Symptome bei Venenleiden tatsächlich bekämpfen gibt es eigentlich nicht. Kein Medikament kann einmal entstandene Krampfadern wieder rückgängig machen. Doch
können durch gewisse Präparate die Beschwerden gelindert werden. Diese Medikamente sind in der Regel pflanzlichen Ursprungs und deshalb gut verträglich. Sie wirken jedoch nur langsam und müssen deshalb über
längere Zeit eingenommen werden.
Kompressionsstrümpfe
Bei Problemen des venösen Kreislaufs in den Beinen sind medizinische Kompressionsstrümpfe und -strumpfhosen sehr wirkungsvoll. Sie garantieren auf einfache Art einen kontrollierten und
präzise angepassten Druck, der unten am Knöchel am engsten ist und gegen das obere Bein abnimmt. Kompressionsstrümpfe und -Strumpfhosen gibt es in verschiedenen Druckklassen.
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