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Wachstumsschmerzen
Man schätzt, dass 30% aller Vorschul- und Schulkinder gelegentlich davon betroffen sind. Bei diesem
Schmerzphänomen finden sich keinerlei Veränderungen an den Knochen, Gelenken oder in Laboruntersuchungen. Die Ursache ist bis heute unbekannt. Die Medizin hat dieses Phänomen als Wachstumsschmerzen bezeichnet.
Typische Anzeichen für Wachstumsschmerzen
Tritt üblicherweise im Kleinkindesalter, manchmal bis in die Pubertät hinein auf.
- Auftreten am Abend oder nachts, häufig nach ausgiebiger Bewegung tagsüber, niemals aber während körperlichen Belastung.
- Der Schmerz ist nicht exakt lokalisierbar, betrifft hauptsächlich die langen Röhrenknochen (Unter- oder Oberschenkel), selten die Gelenke.
- Der Schmerz wandert, oder wechselt die Seiten.
- Die Schmerzen lassen sich durch Paracetamol beseitigen.
- Die Schmerzdauer schwankt zwischen wenigen Minuten und einer Stunde.
- Am nächsten Morgen keinerlei Beschwerden mehr
- Therapie der Wachstumsschmerzen
Versuchen Sie Ihr Kind zu beruhigen, die Schmerzstelle zu massieren. Ebenso hilfreich sind Wärmewickel.
Bei stärkeren Schmerzen kann Paracetamol (10 bis 15 mg/kg) (als Saft oder Zäpfchen) sicher und
ausreichend wirken. (Panadol, Acetalgin, Thylenol, Dafalgan)
Weitere Ursachen von Knochenschmerzen
Wichtig ist, diese harmlosen, wenn auch störenden Schmerzen von gefährlichen Krankheiten des Skelettsystems zu
unterscheiden. Sollten die Beschwerden nach 2 - 3 Wochen nicht verschwinden, oder die oben genannte Schmerzcharakteristik nicht sicher zutreffen, ist zuallererst ärztlicher Rat einzuholen. Es gibt im Kindesalter,
wenn auch sehr selten ernste Erkrankungen im Skelettbereich, die bei Nichtvorliegen von Wachstumsschmerzen erkannt und behandelt werden müssen. Die wichtigsten Abgrenzungen sind:
Kindliches Rheuma (Juvenile rheumatoide Arthritis)
Hier findet sich häufig ein schleichender Beginn, besonders morgens steife Gelenke, oder sogenannte
Anlaufschwierigkeiten. Schmerzen besonders im Gelenkbereich, Schwellungen oder Überwärmungen möglich. Anfangs ist oft nur eines oder wenige der großen Gelenke betroffen (Fuß, Knie, Hand, Ellbogen). Häufig
unbemerkte Miterkrankung der Augen
Knochentumor, Leukämien
Bei Knochentumoren und Blutkrebs zeigt sich der Schmerz eher bei Belastung und ist in der Regel gut lokalisierbar.
Typisch sind die Allgemeinzeichen, wie Leistungsminderung, Müdigkeit, Blässe, Appetitmangel, unklare
Fieberschübe, Lymphknotenschwellungen, blaue Flecken oder Einblutungen.
Borreliose
Eine unbehandelte Borreliose-Erkrankung nach unbemerktem Zeckenbiss kann nach einigen Monaten zu
Gelenkschmerzen führen. Dies sollte durch eine Blutuntersuchung ausgeschlossen werden.
Knochenbrüche
Wegen der hohen Elastizität der Kinderknochen, können Knochenbrüche nach Stürzen oder Verletzungen auch einmal unbemerkt
stattfinden (Grünholzfraktur). Bei plötzlichem Schmerzeintritt, der sich am Folgetag und unter Belastung noch verstärkt, sollte eine Röntgenuntersuchung vorgenommen werden.
Coxitis fugax
Der sogenannte Hüftschnupfen und andere infektbedingte Gelenkschmerzen sind ebenfalls häufige Phänomene im Kleinkindes-
und Kindesalter.
Wachstumsstörungen
Zu unterscheiden von den diffus auftretenden harmlosen Wachstumsschmerzen im Kleinkindesalter sind die
Wachstumsstörungen der Jungendlichen, welche ebenfalls harmlos sind, von selbst wieder verschwinden und oft bei sportlich Aktiven auftreten. Diese Schmerzen sind genau lokalisierbar, häufig an der Ferse oder am
Kniegelenk, meist einseitig, können aber auch beidseitig auftreten.
M. Osgood Schlatter
Diese häufige Störung tritt unterhalb des Kniegelenkes am Ansatz des grossen Oberschenkelmuskels auf. Oft
tritt dort eine Schwellung auf, welche sich in ein Ueberbein entwickeln kann. Die Stelle kann auch leicht überwärmt sein. Die Schmerzen treten vor allem beim Knien oder aber beim Laufen, Treppensteigen etc. auf. Auf
Druck ist die Stelle schmerzhaft. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Wachstumsfuge. Die Ursache auch dieser Wachstumsstörung ist bis heute unbekannt. Sportler werden häufiger betroffen. Die Schmerzen
verschwinden meist nach einigen Wochen bis Monaten von selbst. Schonung, Wärmeanwendung oder aber auch Sportsalben und in schlimmen Fällen Schmerzmittel, lindern die Symptomatik. Spezielle Kniebandagen helfen
Sportlern Ihre Beschäftigung dennoch ausführen zu können. Zurückbleiben kann in schlimmeren Fällen das Ueberbein, das aber später keine Beschwerden mehr verursacht.
Apophysitis calcanei
Diese wohl häufigste Wachstumsstörung zeigt sich als Schmerz an der Ferse, welcher unter, oder nach
Belastung des Fusses, auftritt. Schwellungen treten nicht auf. Auch diese Stelle ist auf Druck schmerzhaft. Auch hierbei handelt es sich um eine entzündliche Veränderung der Wachstumsfuge an der Ferse. Behandelt
wird diese Störung mittels Silikoneinlagen in den Schuhen, welche als Polster dienen. Die Schmerzen werden wie oben beschrieben therapiert. Nach einigen Wochen oder Monaten verschwindet der Schmerz spontan.
Chondropathia patellae
Betroffen ist die Hinterfläche der Kniescheibe. Der Knorpel ist aufgeraut und führt bei Belastungen des
Kniegelenkes beim Laufen, Joggen, Spielen, Treppensteigen etc. zu typischen Schmerzen hinter der Kniescheibe, oft beidseitig. Schwellungen treten ebenfalls nicht auf, die Kniescheibe ist Druckempfindlich bei der
Untersuchung. Therapiert wird diese Störung ebenfalls wie oben beschrieben. Hilfreich sind auch hier für Sportler spezielle Kniebandagen oder aber ein Naturmedikament aus Knorpelsubstanz, welche die Aufrauung
schneller wieder glätten kann. Velofahren, d.h. Kniebewegung ohne Schläge hilft ebenso den Krankheitsverlauf abzukürzen.
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