Zecken übertragen Krankheiten
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Natur macht Spass.
Nur: die Natur spasst nicht

Hittnauer Wälder mit FSME-Viren verseucht!
(So oder ähnlich könnte eine Schlagzeile in einer Zeitung lauten)

 


Zecken übertragen Krankheiten
Wie kann ich mich schützen


Vor einiger Zeit haben wir Sie an dieser Stelle über Zeckenkrankheiten informiert. Wir beschrieben die zwei wichtigen Krankheitsbilder, welche durch Zecken übertragen werden können. Einerseits die durch Bakterien verursachte Borreliose oder Lyme-Krankheit und anderseits die durch Viren verursachte FSME-Hirnhautentzündung. Wir haben Ihnen mitgeteilt, dass die Borreliose überall vorkommen kann, die FSME aber nur in bestimmten verseuchten Gebieten. Damals konnten wir Ihnen noch mitteilen, das Hittnau FSME frei ist.

Achtung: Dies hat sich nun leider geändert. Nachdem in den letzten Monaten zwei Fälle einer durch FSME-Viren verursachte Hirnhautentzündung aufgetreten sind, müssen wir davon ausgehen, dass diese Krankheit durch Zecken in unseren Wäldern ebenfalls übertragen werden kann, insbesondere, da die beiden Betroffenen klar angeben können, dass sie keine Zecken von auswärts gestochen hat.  Somit gehört Hittnau und Umgebung zu den Risikogebieten. Anschliessend möchten wir Sie deshalb nochmals daran erinnern, wie man sich schützen kann.

 Gemäss  Empfehlungen der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, wird die Zeckenimpfung seit Frühling 2006 für den ganzen Kanton empfohlen.

Zecken gehören zu den Spinnentieren. Wegen ihres hohen Luftfeuchtigkeitsbedarfs kommen Zecken in Wäldern mit viel Unterholz sowie Gebüschen unterhalb von max. 1200m.ü.M. vor. Ihre Aktivität beginnt im Frühjahr (April/Mai) und endet im Spätherbst (Oktober/November).  Mit Vorliebe halten sie sich entlang von Spazierwegen, Wildwechseln oder in der Nähe von Vogel- und Mäusenestern sowie Tierhöhlen auf. Sie sitzen auf Pflanzen und Gebüschen bis ca. 2 m über dem Boden und werden von vorübergehenden Menschen und Tieren abgestreift. Dann können sie an Kleidern oder am Fell hochklettern, bis sie eine geeignete Stelle zum Stechen finden. Der Stich ist übrigens kaum spürbar. Das Blutsaugen dauert Stunden oder auch mehr als einen Tag. Vollgesogen lassen sie sich wieder fallen. Durch injizieren von Speichel beim Saugen können allfällig vorhandene Krankheitserreger übertragen werden.
 


FSME

Das besondere an dieser Krankheit ist, dass die verursachenden Viren nur in Zecken an ganz bestimmten Orten vorkommen. Ausserhalb dieser Virenherde besteht zur Zeit kein Infektionsrisiko.
Da diese Krankheit von Viren übertragen wird, sind bis heute keine wirksamen Medikamente gegen die FSME vorhanden, d.h. es können nur die Beschwerden gelindert werden. Die einzige Möglichkeit, eine FSME zu verhindern, besteht in der Vorbeugung, d.h. durch eine Impfung. Diese Impfung sollte in den Wintermonaten durchgeführt werden, spätestens jedoch 2-3 Wochen vor Eintritt in ein FSME-Gebiet. Um einen Langzeitschutz zu erreichen benötigt man drei Impfungen über ein Jahr verteilt. Eine Nachimpfung erfolgt dann alle drei bis fünf Jahre.  Jede zehnte von einer infizierten Zecke gestochene Person erkrankt an einer FSME. Da nicht genau bekannt ist, wie viele Zecken in unserem Gebiet infiziert sind, lässt sich das genaue Risiko nicht abschätzen. Die Gefahr, sich durch Zecken mit einer Krankheit anzustecken, sollte kein Grund sein, sich nicht in der Natur zu bewegen. Wichtig ist es aber, sich der Gefahr bewusst zu sein, damit das Risiko auf ein Minimum reduziert werden kann. Dazu gehört die richtige Kleidung sowie die Impfung gegen FSME.
 


Wer ist gefährdet?

•Kinder
•Wanderer, Spaziergänger
•Sportler (z.B. Jogger, Orientierungsläufer oder Velofahrer)
•Pfadfinder, Camper
•Jäger, Pilzsammler, Fischer
•Militärdienstleistende
•Hundefreunde, Reiter
•In Land- und Forstwirtschaft tätige Personen

in den Risikogebieten
 


Was tun nach einem Zeckenstich?

1.Entfernen Sie die Zecke.
•Die Zecke mit einer Pinzette so dicht wie möglich an der Einstichstelle erfassen
•Die Zecke vorsichtig aus der Haut herausziehen
•Keine Vorbehandlung (z.B. mit Öl oder Nagellackentferner)

2.Desinfizieren Sie die Einstichstelle mit Alkohol oder Seifenwasser.

3.Konsultieren Sie einen Arzt, eine Ärztin, wenn...
•der Zeckenstich in einem Risikogebiet stattgefunden hat und Sie nicht gegen Zecken-Hirnhautentzündung geimpft sind
•nach dem Zeckenstich grippeartige Beschwerden auftreten
•Sie an der Einstichstelle Hautveränderungen und eine runde, flächige Rötung bemerken
 


Welche Symptome hat die Zecken-Hirnhautentzündung?

Erste Phase
(ca. eine Woche nach dem Zeckenstich)
•grippeartige Beschwerden mit Fieber und Kopfschmerzen
•Dauer: wenige Tage, dann symptomfreie Phase von ca. 10 Tagen

Zweite Phase (ca. zwei bis vier Wochen nach dem Zeckenstich)
•hohes Fieber
•heftigste Kopfschmerzen
•manchmal Lähmungen, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen
•bleibende Schädigungen des Nervensystems möglich Dauer: mehrere Wochen bis Monate
 


Wichtig: Erkrankte Personen sind für andere nicht ansteckend, die Krankheit wird ausschliesslich durch Zeckenstiche übertragen!!!
 


In der Schweiz zählt man etwa 100 Fälle von Zecken-Hirnhautentzündung pro Jahr. Tendenz steigend. Der Anteil der Kinder, die an Zecken-Hirnhautentzündung erkranken wächst.  Die Impfung wird empfohlen für Kinder ab 6 Jahren, in Hochrisikogebieten ev. früher.


Als Ihre Hittnauer Dorfärzte empfehlen wir Ihnen diese Impfung, sofern Sie zu den gefährdeten Gruppen gehören. Gerne informieren wir Sie auch persönlich, bsp. über unsere Hotline, Tel:  044  950 40 90 jeweils Mo. – Fr. zwischen 13.30 Uhr und 14. 00 Uhr.
 

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